Kann Wien Anders schon mit 4 Prozent rechnen?

Laut Tageszeitung Österreich vom letzten Sonntag, die sich auf eine Gallup Umfrage unter 400 Menschen beruft, „könnte“ (wären am kommenden Sonntag schon Wahlen) die FPÖ „mit 30 Prozent der Stimmen rechnen.“ Könnte – eine interessante Formulierung.

Über die Schwankungsbreite angesichts 400 Befragter wird nichts berichtet, denn das angebliche Duell „Häupl-Strache“ gefällt nicht nur SPÖ und FPÖ, sondern auch jenen Massen-Blättern, die gerne ihre Auflagenzahlen steigern und gern selbst politisch mitmischen.

Noch interessanter als dieser Aspekt ist jedoch, dass laut der schönen Österreich-Grafik (siehe Bild) wieder einmal nur 96% der Stimmen 100 % ergeben werden.

Bedeutet dies, dass Wien Anders bereits jetzt 4 Prozent der Stimmen hinter sich hat? Nein.

Dass aber Medien und Meinungsforschungsinstitute eine Kraft ignorieren, deren große Schwester bei den EU-Wahlen 2014 in Wien immerhin 4 Prozent der Stimmen tatsächlich und nicht nur in Meinungsumfragen erzielt hat, zeigt, dass die gesamte Phalanx der Rathausparteien, die Medien und die Meinungsforschungsinstitute nicht daran interessiert sind darzulegen, dass die Wiener WählerInnen am 11. Oktober auch Wien Anders am Stimmzettel vorfinden werden.

Die Ignoranz gegenüber Wien Anders zeigt zugleich aber auch, dass die Medien und ihre Eigentümer kein Interesse an einer politischen Kraft haben, die radikale Kritik an Ausgrenzung und Rassismus mit radikalen Forderungen nach Umverteilung des Reichtums von Oben nach Unten verbindet. Eine Syriza made in Austria oder aber ein Podemos-Österreich, so offenbar der unausgesprochene und unabgesprochene Konsens des Establishments, braucht Österreich nicht.

Es wird, aber dies ist uns ja ohnedies klar, also an uns liegen, die Herren und Damen eines besseren zu belehren – in den kommenden Tagen und Wochen und am 11. Oktober.

Didi Zach

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