Eine Lehrerin antwortet Bürgermeister Häupl

Bürgermeister Michael Häupl hat am Dienstag dieser Woche eine primitive (und hoffentlich nur unüberlegte) Äußerung getätigt. Häupl war aber auch am nächsten Tag nicht bereit, sich dafür zu entschuldigen.

Ignoranz und Desinformation (niemand glaubt doch im Ernst, dass Lehrerarbeitszeit und verbrachte Zeit in der Klasse identisch seien) als Vorwahlkampftaktik?: Hat es Häupl auf Grund der Bedrohung durch die FPÖ nötig, im tiefsten Sumpf der FPÖ-Wähler/innen zu fischen?

Ich meine: Es ist immer falsch eine Berufsgruppe (in diesem Fall die Lehrer/innen) pauschal zu diffamieren, um in der Folge Einsparungen zu rechtfertigen.

Ich meine: Seitens der Politik wäre es angebracht, den Wiener Lehrerinnen und Lehrern zu danken, dass sie zum Beispiel die Defizite der SPÖ-Integrationspolitik seit mehr als 30 Jahren ausgeglichen haben, dass sie trotz vielfacher Anfeindungen und mangelnder Unterstützung von ministerieller Seite ihren wahrhaft nicht leichten Job weiter erfüllt und so manchen unausgegorenen Schulversuch mitgetragen haben….

Wenn im Bereich Bildung gespart werden muss, würde sich an erster Stelle anbieten, statt
flächendeckender Bildungsstandardtests geschichtete Stichproben zu nehmen, das BIFIE samt
Schattendirektoren in das BMBF einzugliedern und die NMS nach entsprechender Evaluierung
“umzubauen”.

Franziska Gruber (Pseudonym, Lehrerin in einer NMS in Wien)

P.S.: Das Foto zu dem Text findet sich auf einem Fotoblog der SPÖ.

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