Sozialhauptstadt Wien?

Am 1. Mai wird die Wiener SPÖ am Rathausplatz einmal mehr ihre eigene Tätigkeit loben und von der Sozialhauptstadt Wien sprechen. Wir wollen schon vorab die Jubelmeldungen mit Zahlen konfrontieren.


Tatsache ist, dass laut offiziellen Zahlen (EU-SILC 2013) 393.000 Menschen in Wien arm- bzw. armutsgefährdet sind.

160.000 Menschen sind in Wien auf die bedarfsorientierte Mindestsicherung angewiesen, um über die Runden zu kommen. Auffallend dabei ist: Bei 80 Prozent der Betroffenen handelt es sich um Alleinerzieherinnen. Und: Nur noch 8,7 Prozent aller Mindestsicherung- BezieherInnen erhalten die volle Finanzhilfe in der lächerlichen Höhe von 814 Euro (2014 – 12x pro Jahr ). Das heißt, die Anzahl der „Working Poor“ – jener die nur die Differenz auf 814 Euro ausbezahlt bekommen – ist enorm hoch.

Zugleich wird das Problem der Erwerbsarbeitslosigkeit auch in Wien immer größer. Ende März dieses Jahres waren in Wien rund 150.000 Menschen ohne Erwerbsarbeit.

Apropos Armut in Wien: Statt schöner Sprüche könnten SPÖ und Grüne sogleich Taten setzen. Laut Bundesgesetz ist nämlich die Höhe der Mindestsicherung Ländersache. Und auch eine 14malige Auszahlung der Mindestsicherung könnte Wien sofort umsetzen, ohne auf einen Beschluss der Bundesregierung warten zu müssen. Dass dies in absehbarer Zeit passiert, darf jedoch bezweifelt werden.

Didi Zach

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