Regenbogenparade 2016

Wien Anders nimmt auch heuer wieder an der Regenbogenparade teil (Wagen-Nummer 48), unsere Forderung lautet:

Wir wollen Gerechtigkeit! Entschädigung und Rehabilitation für die in der Zweiten Republik verfolgten Homosexuellen jetzt!

Nach dem Untergang Nazideutschlands war für Schwule, Lesben und Bisexuelle in Österreich der Albtraum noch lange nicht vorbei. Im Gegensatz zu politisch, antisemitisch oder antiziganistisch Verfolgten erhielten sie keine Entschädigung. Nach dem Paragraphen 129 (1) b StGB, der sexuelle Handlungen zwischen Personen des gleichen Geschlechts unter Strafe stellte, wurden bis 1971 jährlich Hunderte verurteilt, nicht selten von denselben Richtern, die bereits für ihre KZ-Haft verantwortlich waren. Noch bis 2002 galt für männliche Homosexuelle ein anderes Schutzalter, noch bis 2002 saßen Menschen in Österreich für kein anderes „Verbrechen“ als einvernehmlich gelebte Sexualität im Gefängnis. Sie gelten bis heute als vorbestraft.

 

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Es reicht nicht, dass diese Unrechtsparagraphen aus dem Strafrecht verschwunden sind. Wer wegen seiner Sexualität in Haft saß, verdient eine Entschädigung. Wien Anders fordert die Regierung und den Nationalrat dazu auf, die Verbrechen der Zweiten Republik gegen Homosexuelle einzugestehen, sich öffentlich zu entschuldigen und allen noch lebenden Personen, die wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen mit Personen über dem heute geltenden Schutzalter jemals inhaftiert waren, eine Haftentschädigung zu zahlen!

Link zum Event:
https://www.facebook.com/wienandas/posts/1549761671999220