Heile Welt im AMA Stall?

Die TierfabriksbetreiberInnen Österreichs machen mobil. „Mäster in ihrer Existenz bedroht“ und „Heimisches Geflügel wird rar“ sind zwei Beispiele von Überschriften unzähliger Zeitungsartikel die in den letzten Monaten zu diesem Thema veröffentlicht wurden.

Von rigorosen „Überregulierungen“, extremen Kostennachteilen und Bedrohung durch ausländische Konkurrenz in der Putenmast ist die Rede. Die Suderei will gar kein Ende nehmen, dabei ist der Selbstversorgungsanteil bei Putenfleisch in den letzten Jahren nahezu gleichbleibend.

 

Parallel dazu läuft eine Imagekampagne der Argramarkt Austria (AMA,) die den LeserInnen in mehrteiligen Zeitungsserien die heile Welt im Stall verkaufen will. Von hohen Tierschutzstandards wird berichtet, und dabei z.B. beschrieben, dass sich Schweine auf Spaltenböden besonders wohl fühlen sollen. Für wie dumm will man hier eigentlich die KonsumentInnen verkaufen? Die Bilder aus den Ställen zeigen die nach wie vor katastrophalen Zustände in der Massentierhaltung.

 

Aber worum geht es wirklich? Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) versuchte der zuständigen Ministerin ein „All in one“ Programm zu verkaufen. Dabei sollten als „Belohnung für Tierhalter, die sich nachweislich besser um ihre Tiere kümmern“, mehr Tiere im Stall erlaubt sein. Es geht also einzig und allein um die Erhöhung der Besatzdichte. Die GeflügelmästerInnen wollen noch mehr Tiere auf engstem Raum zusammenpferchen.

 

Die Propaganda vor dem Termin mit der Ministerin im Dezember sollte offenbar den Boden für mehr Profit und mehr Tierleid bereiten. Hatte Vorgänger Stöger noch Verhandlungsbereitschaft signalisiert, so erteilte Ministerin Oberhauser dieser Forderung der Geflügelindustrie eine klare Absage.

 

Auch wenn uns die Agrarlobby etwas anderes weismachen will, so sind die Zustände in den Tierfabriken alles andere als vorbildlich und mit unbeschreiblichen Qualen der Tiere verbunden. Dazu kommen noch Gesetzesübertretungen und Misshandlungen, die von TierschützerInnen immer wieder aufgedeckt werden, wie z.B. eingewachsene Ketten bei Rindern in einem Waldviertler Mastbetrieb oder die schockierende Behandlung von Kälbern bei Transporten quer durch Europa.

 

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat am 19.1.2015 einen Termin mit der für den Tierschutz zuständigen Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. Dabei soll unter anderem die Petition „Wir wollen keine Massentierhaltung“ übergeben werden.

Bis dahin kann diese Petition HIER noch unterstützt werden.

Alexandra Benedik

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