150.000 Menschen in Wien sagen: „Refugees welcome“

Es war eine der größten Demonstrationen, die es je in Wien gegeben hat. Am 3.10.2015 wurde mehr als nur ein Zeichen gegen die rechte Hetze gesetzt, das war ein Fanal: Ihr habt mir euren miesen Methoden keine Chance. Nicht auf der Straße, und auch nicht bei den kommenden Wahlen.

Vom Westbahnhof über die Mariahilferstraße zum Ring und dann bis zum Parlament ging die Route. Als die Spitze der Demonstration dort ankam, liefen die letzten am Westbahnhof gerade los. Wir waren viele, wir waren bunt und laut. Viele trugen selbst bemalte Schilder oder Sticker. Die AktivistInnen von Wien Anders gingen in einem Block im hinteren Teil der Demonstration mit, und waren als Ordner und Zähler der TeilnehmerInnen aktiv. Am Ende trafen wir uns neben dem Heldentor bei unserem Informations- und Teestand.
Wien Anders Kandidatin El Awadalla, die den #Schienenersatzverkehr mitorganisiert hat, sprach bei der Auftaktkundgebung: „Fluchthilfe ist kein Verbrechen!“ Sie kündigte zudem an, dass nun ein Schiff organisiert wird, um Menschen im Mittelmeer zu retten. Insgesamt wurden auf den Kundgebungen viele Stimmen privater Initiativen laut, die sich für Geflüchtete einsetzen. Und ohne deren Engagement ihre Situation in Österreich wesentlich schlechter wäre. Denn die Politik will oder kann nicht für einen wirksamen Schutz sorgen und auch keine zivilen und menschenwürdigen Unterbringungen zur Verfügung stellen. Die Erstaufnahme in Traiskirchen ist immer noch in einem schlechten Zustand, und die Politik hat weiterhin taube Ohren.
Für Wien fordert Wien Anders übrigens, dass leerstehende Häuser für Flüchtlinge geöffnet werden. Und wir werden noch lange an diesen Tag im Oktober zurückdenken, als den Tag, an dem die schweigende Mehrheit zum Ausdruck brachte, wie sie denkt und fühlt. Refugees welcome! Bring your families!

*PS. Das Foto zeigt unsere Spitzenkandidatin Juliana Okropiridse mit dem Thüringer Abgeordneten der Linken Christian Schaft und Katja Maurer, die uns im Wahlkampf tatkräftig unterstützen. Wir bedanken uns bei ihnen für diese tolle Aktion – und beim nächsten Linken-Wahlkampf kommen wir dann rüber, ok?